Wir fordern Solidarität statt Egoismus!

Solidarität statt Spaltung – das ist das Gebot der Stunde. Seitdem das Corona-Virus unser tagespolitisches Geschehen und unser aller Alltag bestimmt rücken andere Themen weit in den Hintergrund.

Mittlerweile haben viele wirtschaftliche Fragen sich Raum in der öffentlichen Diskussion geschaffen. Was kommt nach der Zeit des Shutdown? Und wann wird das sein? Wie kommen wir aus der Kurzarbeit, wann gehen unsere Kinder wieder regulär in die Schulen und Kitas? Wann kann ich als Selbständige_r endlich wieder mein Geschäft öffnen, Aufträge annehmen? Diese ganz persönlichen Fragen beschäftigen jetzt sehr Viele von uns und sind für Einige absolut existenziell.

Solidarität ist das Gebot der Stunde. Jede_r von uns sollte den kleinen Händler, die Handwerkerin, das Café in der Nachbarschaft sehen. Die Menschen, die im Moment zwangsläufig auf Einnahmen verzichten müssen, denen vielleicht sogar viele Aufträge verloren gegangen sind. Wir sollten uns darauf besinnen, diese Menschen in unserer Umgebung zu unterstützen, sobald und insofern es uns möglich ist.

Vermieter_innen stunden ihre Miete für kleine Geschäfte, Bürger_innen kaufen Gutscheine, planen ihre Anschaffungen im kleinen Laden und nicht beim großen Versandhandel. Menschen möchten großzügiger sein mit dem Trinkgeld. Es sind die Menschen, die uns mit ihren Dienstleistungen besonders nahe kommen, mit denen wir auch mal private Worte wechseln, die nun auf unsere Unterstützung angewiesen sind.

Doch da gibt es auch noch jene, die wir nicht sehen. Die fern und abgeschottet ausharren. In überfüllten Flüchtlingslagern. Diese Krise war bis vor wenigen Tagen noch sehr präsent. Viele Tausend Menschen leben auf engstem Raum unter katastrophalen Bedingungen. Nicht auszudenken, was passierte, wenn das Virus diese Lager erreichte. Die Menschen wären schutz- und hilflos. 

Wir möchten alle Menschen in diesen Tagen bitten, solidarisch zu sein. Sich an die Regeln zu halten. Sich und andere zu schützen. An ihre Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung zu denken. An jene, die uns im Moment keinen Kaffee, kein Eis servieren, die nicht unsere Haare schneiden oder unsere Schuhe reparieren – aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Wir appellieren mit Nachdruck an die politisch Verantwortlichen: Verschließen Sie in dieser Zeit nicht die Augen vor den drängenden und existenziellen Problemen der Menschen in den Flüchtlingscamps! Die Abschottung muss ein Ende haben, vernünftige Lösungen müssen her. Solidarität sollte allen unseren Mitmenschen gelten – unabhängig von Nationalität oder Herkunft oder irgendeiner Staatsgrenze! Dieses Virus zeigt uns in beispielloser Weise, dass es in der Not keine Grenzen gibt.

Deutsche Kliniken nehmen schwerkranke Menschen aus anderen Ländern auf – das ist ein richtiges und gutes Signal. Wir sollten auch an unseren Bekundungen festhalten, Flüchtlinge aufzunehmen. Im Sinne der Menschlichkeit, der Rechtsstaatlichkeit, der europäischen Solidarität.

Auch auf europäischer und bundesdeutscher Ebene erheben wir Grünen diese Forderung:

sven-giegold.de/corona-krise-europaeische-gruene-antwort

www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-pandemie-robert-habeck-fordert-evakuierung-griechischer-fluechtlingslager-a-f00d4acb-f938-4efc-bd35-b724f524f985

Auch die Osterholz-Scharmbecker Rats-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen forderte zuletzt in einem Antrag für die (leider ausgefallene) Ratssitzung am 26.03.2020 die schnelle Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Auch hier gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

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